Wochenende in Blau

Ein kleines blaues Wunder ist im Garten aufgeblüht. Ich hatte nach den strengen Spätfrösten nicht damit gerechnet, dass die blaue Hortensie dieses Jahr überhaupt blühen würde. Sie sah erbärmlich aus und ich fürchtete schon, dass sie die eisigen Nächte nicht überlebt hätte. Aber sie hat überlebt! Und sie hat noch mehr Blüten als im vergangenen Jahr, freu!

 

Die Farbschattierungen sind diesmal besonders prägnant. Das geht vom zarten Blau über Lila nach dunklerem Blau, einfach schön. Es wundert mich übrigens jedes Jahr auf´s neue, dass die Hortensie ohne entsprechenden Dünger immer blau blüht. Ich dachte immer, die Pflanzen benötigen dafür einen Eisendünger? Aber den habe ich ihr definitiv noch nie verabreicht.

Mit meinem blauen Wunder hüpf ich noch schnell zum Gartenglück.

Habt ein schönes Wochenende und bleibt von Wetterkapriolen verschont.

Auf frischer Tat ertappt

Ich hoffe, Ihr seid alle gut durch die gestrigen Unwetter gekommen. Gebietsweise sieht es ja übel aus. Bei uns hat es fünf dicke Tropfen geregnet, von Ferne hörte man es grummeln und ab und zu fegten Windboen durch den Garten. Gegen 23 Uhr hatten wir immer noch 28°, es war unerträglich warm und ich dachte mehr denn je ans Auswandern ins Land der Pinguine am Südpol  🙂 . Heute weht ein frisches Lüftchen und es hat sich mächtig abgekühlt. Endlich wieder durchatmen!

Da hatte ich mich doch so sehr auf die wenigen Kirschen gefreut, die trotz des späten und strengen Frostes an der Kübelkirsche wuchsen. Nun sind sie weg! Die Diebe habe ich auf frischer Tat ertappt:

Das ist der kümmerliche Rest, der heute Morgen noch am Baum hing:

Dabei hätte sich das Federvieh lieber über die vielen schwarzen Läuse hermachen sollen, die zu Tausenden Baum und Garten bevölkern. Aber offensichtlich ist ein Großteil der Meisen inzwischen ins vegetarische Lager übergewechselt. Die Beeren meiner Felsenbirne haben sie nämlich auch geraubt…  😉

Herz am seidenen Faden

Ich liebe die frühen Morgenstunden im Sommergarten. Ganz still ist es dann noch, wenn die Natur gerade erwacht ist.

Plötzlich wurde mein Blick von einem filigranen tanzenden Etwas auf der Wiese gefesselt.

Nein, das ist kein UFO und auch kein Fehler auf der Linse 🙂

Das „Etwas“ hing am unsichtbaren Faden, den eine Spinne gewebt hatte, tanzte durch die Lüfte und dachte gar nicht daran still zu halten, damit ich ein gestochen scharfes Foto machen konnte.

Ein kleines Herzchen an einem seidenen Faden schwebte in der lauen Sommerluft vor meinen Augen hin und her, bis es schließlich irgendwann erschöpft vom Tanz zu Boden fiel:

Es war nicht alleine, denn im Gras lagen schon viele abgestürzte kleine Herzchen…

Sie alle kamen von hier:

Bobby-James – die Herzchenrose! Sie lässt nicht nur einfach ihre Blütenblätter fallen, sondern verzaubert meinen Sonntagmorgen mit Herzen am seidenen Faden!

Das Herz schicke ich noch schnell zu Loretta und Wolfgang ins Gartenglück und zum Montagsherz.

Habt einen schönen Sommersonntag.

 

 

Gartenlust und -frust

Mai und Juni sind für mich die schönsten Gartenmonate und auf Schritt und Tritt ein einziger Blüten- und Farbrausch.

Als ich die Koffer für den Mädelsurlaub packte, begann der alte Kirschbaum gerade zum zweiten Mal zu blühen: Die dort heimisch gewordene Kletterrose Bobby James öffnete die Blüten. Angesichts des recht warmen Wetters hatte ich nicht damit gerechnet, nach meiner Rückkehr noch viel von der Rosenblüte zu sehen, denn leider blüht sie ja nur einmal. Groß war meine Überraschung, als ich im Garten einen riesigen Blumenstrauss vorfand, während heute bei dem starken Wind unaufhörlich die letzten Blütenblätter vom Baum wehen und die Wiese aussehen lassen, als hätte es frisch geschneit.

 

Gartenfrust dagegen schlug an anderer Stelle zu. War ich zuvor noch so froh darüber gewesen, dass entgegen aller Unkenrufe weder Schnecken noch sonstiges Getier das neue Hochbeet heimsuchten, traute ich nach dem Urlaub kaum meinen Augen: Ganze Heerschaaren von Läusen (und auch anderes Getier) hatten meine Pastinaken überfallen und sich auf und unter den Blättern niedergelassen. Laus an Laus saß dort und freute sich darüber, sich die Bäuche vollschlagen zu können. Hmpf… Ich hab´s nun erst mal versucht, sie mit verdünnter Seifenlauge zu vertreiben. Sieht nicht so aus, als hätte das die Biester groß beeindruckt… Was nun?

 

Und dann versuche ich immer noch das Geheimnis der verschwundenen Bohnen zu ergründen. Ende Mai hatte ich etliche Bohnenkerne im Gartenbeet ausgelegt und wartete auf das Grün. Wartete und wartete und wartete… Vergebens. Noch vor der Mädelswoche habe ich nachgesehen, was die Kerne denn so lange in der Erde machen. Tja, es waren gar keine mehr da! Keinen einzigen Bohnenkern habe ich gefunden! Einfach auf Nimmerwiedersehen und ohne Spuren zu hinterlassen verschwunden! Die Erde war nicht aufgewühlt oder aufgekratzt, nichts dergleichen. Zauberbohnen, die sich auf geheimnisvolle Art und Weise ins Nichts auflösen 😉

 

Nicht verschwunden dagegen sind meine neuen David-Austin-Rosen, die ich im Frühling gepflanzt hatte. Sie holen allmählich den Rückstand durch die Spätfröste auf und zeigen erste Blüten. Eine ungewöhnliche Blütenform hat „Sir Walter Scott“. Sie hat Ähnlichkeit mit einer Dahlie, findet Ihr nicht auch? Mir gefallen die kleinen rosettenartigen Blüten sehr. Ein bisschen enttäuscht bin ich nur über den geringen Duft. Da hatte ich wohl meine Erwartungen zu hoch geschraubt.

Duftmäßig ein Highlight ist dieses Jahr dagegen wieder die französische Rose, deren Namen ich leider nicht weiß. Ihr Duft ist unglaublich, genauso wie die Blütenfülle. Sie hatte ja schon im letzten Jahr lange und ausgiebig geblüht, aber nun hat sie trotz der Spätfröste noch viel mehr Blüten angesetzt.

Ich bin gespannt, wie die Blüten der anderen englischen Rosen aussehen werden, wenn sie demnächst aufblühen und hüpf nun noch schnell zum Gartenglück.

Ausgeflogen

war ich für eine Woche mit bester Freundin. Mädelswoche im Harz, diesmal im Frühsommer statt im Herbst. Es waren erholsame Tage in einem gerade erst restauriertem ruhigem Ferienhäuschen mitten in einem typischen Harzer Dörfchen. Glück mit dem Wetter hatten wir auch, nur ein einziges Mal kam der Regenschirm zum Einsatz.

Fotografiert habe ich, was Ausflugsziele und touristische Höhepunkte anbelangt, in dieser Woche kaum. Wer will denn auch das dritte Bild vom Rathaus in Wernigerode oder das vierte vom Rathausplatz mit den vielen schönen Fachwerkhäusern in Quedlingburg sehen?

Einen neuen Spot aber gab es, da hätte sich das Fotografieren sicherlich gelohnt: Die vor erst vor kurzem eröffnete Hängebrücke über die Rappbodetalsperre. Mit 483 m ist sie die längste Hängeseilbrücke der Welt. Dass diese Attraktion ein großer Anziehungspunkt sein würde, war uns ja klar, als wir uns am Pfingstmontag auf den Weg machten und durch den idyllischen Harz fuhren. Nichts ließ ahnen, was uns wirklich erwarten und nahezu sprachlos machen würde: Schon einige Kilometer vor der Talsperre kam man fast nur noch im Schritttempo vorwärts, weil rechts uns links die Straße zugeparkt war. Die Autos standen in einer schier endlosen Reihe dicht an dicht, wahre Menschenmassen strömten Richtung Talsperre. Selbst wenn man gewollt hätte, wenden war unmöglich, es gab nur noch eine Richtung, nämlich mitten durch das Chaos. Der einzige öffentliche Parkplatz war hoffnungslos überfüllt, die Menschenreihe an der Kasse war ellenlang. Bei der langsamen Fahrt über die Sperrmauer (auch hier Menschenmassen) konnte man einen kurzen Blick auf die Hängebrücke werfen. Na klar, auch hier Menschen über Menschen. Uns hatte es inzwischen die Sprache verschlagen, und wir hatten nur noch einen einzigen Gedanken: Nichts wie weg hier! Das war gar nicht so einfach, denn auch von der anderen Richtung her stauten sich die PKW kilometerweit am Straßenrand und auch auf der Straße noch bis weit hinter die nächste Straßenkreuzung. Erleichtertes Aufatmen, als wir endlich nach einer gefühlten Ewigkeit dem Gewimmel entronnen waren! Falls Ihr Lust auf idyllische Fotos der Brücke habt, guckt hier. Ich hätte Euch nur Horror-Bilder zeigen können…

 

Himmlische Ruhe empfing uns im Ferienhaus, und nachdem wir uns vom Schock erholt hatten, machten wir uns auf den Weg zu einer Fotosession am Straßenrand. Nein, wir wollten keine Blechlawinen und Menschenmassen fotografieren, sondern diese traumschöne Blütenpracht:

 

 

 

 

Als ich gestern nach Hause kam, traute ich meinen Augen kaum, so sehr war es im Garten und Hochbeet während dieser einen Woche gewachsen. Es gibt also viel zu tun.

Ach ja, bei der kleinen Nervensäge musste ich mich auch erst einmal wieder einschmeicheln. Kleiner Kater war im Gegensatz zu Sir Henry tödlich beleidigt, obwohl Herr Glasperlengarten ja zuhause geblieben war.