Zwischenwelten

Ich weiß ja nicht, wie es Euch damit geht, aber ich bin immer noch halb im Sommermodus, obwohl die Anzeichen des Herbstes nicht mehr zu übersehen sind.  Der Übergang vom Sommer zum Herbst ist für mich eine Art „Zwischenwelt“. Auf der einen Seite immer noch prächtig blühende Sommerblumen (meine Geranien blühen dieses Jahr so üppig wie selten vorher), auf der anderen Seite habe ich schon zweimal das Laub der beiden alten Kirschbäume von der Wiese geharkt, seit ein paar Tagen werden die Blätter der Birke nun auch immer goldener, der Wald in der Nähe verfärbt sich zusehends, die ersten reifen Nüsse fallen vom Baum. Bei herrlichstem Sonnenschein mit warmen, aber angenehmen Temperaturen kann man noch stundenlang im Garten und auf der Terrasse sitzen. Die Kehrseite des schönen Wetters ist, dass es so trocken wie selten ist. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich Ende September schon mal den Garten gewässert habe, weil die Erde pulvertrocken war. Ich kann mich auch noch nicht dazu aufraffen, die Beete allmählich winterfest zu machen, obwohl das trockene Wetter ideal dazu wäre.

Und dann ist da die fast schon bedrohlich wirkende „60“… Vielleicht habt Ihr den Zähler in meiner Seitenleiste ja schon entdeckt. Es sind nur noch 60 Tage bis zum 1. Advent! Nur noch etwas mehr als acht Wochen! Die Tage und Wochen verfliegen eh so schnell, was sind da acht Wochen? Nichts! Man könnte auch sagen, dass Weihnachten fast vor der Tür steht. Spekulatius, Lebkuchen und auch die ersten Weihnachtsmärkte in den Geschäften sind mir bereits begegnet. Das entsetzt mich jedes Jahr auf´s Neue, wenn die Konsumwelt übergangslos vom Sommer auf Herbst oder gleich auf Winter und die Weihnachtszeit umschaltet. Ich mach da nicht mit, ich hab jetzt noch ein bisschen „Sommer-Herbst“ und um Advent und Weihnachten mache ich mir erst später Gedanken, nämlich dann, wenn es unmittelbar vor der Tür steht 😉.

Beschwipster Apfelnachtisch

Immer noch und immer wieder steht Apfelmuskochen auf unserem Plan… Der Apfelwickler hat in diesem Jahr ganze Arbeit geleistet und lässt uns offensichtlich nur eine kleine Menge Äpfel zum überwintern übrig. Also bleibt uns nur, den großen Rest zu Apfelmus zu verarbeiten. Mich wundert, dass mich das Mus nicht schon längst bis in meine Träume verfolgt 😉.

Damit es nicht so langweilig und eintönig wird, habe ich heute aus einem Teil der gekochten Äpfel einen leckeren Nachtisch gemacht. Ich habe kurzerhand das Rezept der köstlichen Apfeltorte abgewandelt, die inzwischen zu unserem Lieblingskuchen geworden ist. Den Teig habe ich weggelassen und anstelle der rohen Äpfel als Kuchenbelag habe ich das stückig gekochte Apfelkompott verwendet:

Hier die Zutaten (für vier Personen):

  • Von 1 Flasche Cidre/Apfelwein (insgesamt 750 ml) 250ml abnehmen und damit zwei Päckchen Sahnepuddingpulver anrühren
  • Den restlichen Apfelwein mit 90 g Zucker aufkochen und das angerührte Puddingpulver dazugeben (wer es süßer mag, kann ein bisschen mehr Zucker nehmen). Kurz aufkochen lassen und eine beliebige Menge der gekochten Äpfel unterrühren.
  • Erkalten lassen und pur, mit Sahne, Eis, Vanillesoße oder was auch immer genießen!
  • Übrigens: Beschwipst wird man nicht davon, der Alkohl des Cidre verfliegt beim Kochen. Zurück bleibt das köstliche Aroma.

Habt einen schönen Abend und morgen einen guten Start in eine schöne Herbstwoche!

 

Windmühlennadelei

Nach längerer Pause kann ich endlich mal wieder etwas Kreatives zeigen. Es ist zwar klein, hat aber großen Spaß gemacht 😉.

Vielleicht geht es Euch ja ähnlich, aber Nadelkissen kann man im Nähzimmer eigentlich nie genug haben, oder? Vor einiger Zeit ist mir in den Weiten des Internets ein Windmühlen-Nadelkissen begegnet, was mir ausgesprochen gut gefiel und vor wenigen Tagen stieß ich dann auf das Tutorial von Gesine. Da gab es dann kein Halten mehr 🙂.

Für das Kissen, das fast zu schade ist, um Nadeln hinein zu pieksen, habe ich Reststücke aus einem Charmpaket verwendet. Gesine hat recht, die schönen Mühlen machen süchtig und ganz sicher wird das nicht meine letzte sein, denn in meiner Restekiste gibt es noch so viele tolle Stoffstücke…

Die Windemühlennadelei ist verlinkt mit:

 

Das war´s

mit dem Sommer! Genauso schnell wie die Hitzewelle der letzten Tage kam, steht jetzt auf einmal der Herbst vor der Tür. Einfach so, von jetzt auf gleich, innerhalb von 24 Stunden. Tsssss… Am Tag zuvor Schwitzerei in dünner Sommerkleidung, gestern Abend Socken an den Füßen, weil Frieren genauso schnell geht wie Schwitzen 😉. Irgendwie scheinen sich auch die Jahreszeiten unserer schnelllebigen Zeit angepasst zu haben. Da gibt es kein langsames Daraufeinstellen mehr, denn zack ist montags Frühling vorbei und dienstags der Sommer da und genauso zackig weht auf einmal der Herbstwind die Blätter von den Bäumen. Dabei ist es gerade mal 24 Stunden her, dass die Sonne das Thermometer auf 30° und höher gejagt hatte. Manchmal komm ich da nicht mehr so schnell mit… Aber eines ist geblieben: Ich liebe den Herbst und freue mich auf die ruhigere Jahreszeit mit freundlichen sonnigen Tagen, auf kühlere Temperaturen und wundervolle Herbstfärbungen, auf gemütliche Abende bei Kerzenlicht. Und ja, ich freu mich auch auf die Zeit, wenn mal wieder der Wind um´s Haus pfeift und der Regen an die Scheiben prasselt. Dass bei sinkenden Temperaturen endlich auch wieder die Kreativität zum Vorschein kommt, gefällt mir besonders gut. In dieser Hinsicht war es in den letzten Wochen ja arg still hier im Glasperlengarten. Aber ich kann nichts dafür, Schuld war das Thermometer, ich schwöre… Gestern war ich zum ersten Mal seit langem bei höchst angenehmen Temperaturen endlich wieder im Nähzimmer und an meiner Nadelfee. Ha!

Habt ein schönes Wochenende!

Dunkel war´s, der Mond schien helle

kennt Ihr diesen Vers?

Gestern Abend auf der Gartenbank im Mondschein und bei lauen Sommertemperaturen fiel er mir auf einmal wieder ein, der Spruch aus meiner Kindheit. Meine Mutter hat uns Kinder damit auf einer nächtlichen Autofahrt über eine winzig schmale Straße ohne Seitenbegrenzung am schwindelerregenden Abgrund vorbei abgelenkt. Wir machten Ferien in den Bergen und kamen spätabends von einem Ausflug zurück. Wir amüsierten uns prächtig über die Widersprüche der lustigen Zeilen und vergaßen unsere Angst

Dunkel war´s, der Mond schien helle,

als ein Auto blitzeschnelle langsam um die Ecke fuhr.

Drinnen saßen stehend Leute, schweigend im Gespräch vertieft,

als ein totgeschossner Hase auf der Sandbank Schlittschuh lief.

  • Diese Zeilen soll Goethe verfasst haben. Hier habe ich vorhin das komplette Gedicht gefunden.

 

Sommerherbst

Die Tage werden merklich kürzer, das Licht herbstlicher und hier und da verfärbt sich schon so manches Blatt. Was irgendwie nicht so richtig dazu passt ist die augenblickliche Hitze von fast 30° und mehr – ein verspäteter Hochsommer, der jetzt noch mal richtig in Fahrt kommt. Zum Glück sind die nächtlichen Temperaturen sehr angenehm. Am Ende der Woche soll es dann mit dem Sommerwetter vorbei sein. Der angesagte Regen wird dem Garten gut tun. Ich kann mich eigentlich nicht daran erinnern, dass wir Mitte September Bäume und Beete wässern mussten, weil es so trocken war.

Genießt das schöne Wetter und die „Sommerherbsttage“. Ich mache das auch und deshalb gibt es hier momentan auch kaum etwas Kreatives zu sehen und auch kommentarmäßig bin ich im Augenblick selten unterwegs. Statt an meiner Nadelfee findet man mich im Garten, wo es zur Zeit noch bunt und prächtig blüht.

Eingeglast

habe ich einen Teil der Apfelernte. Ich habe es zum ersten Mal nach einem Tipp von bester Freundin gemacht und das noch kochendheiße Apfelmus wie Marmelade in entsprechende Gläser mit Schraubverschluss gefüllt, die Gläser sofort fest verschlossen und bis zum Auskühlen auf den Kopf gestellt.

Das sind jetzt zwar Birnen, aber ich habe das mit ihnen auch mal ausprobiert.

Ehrlich gesagt, bin ich immer noch ein bisschen skeptisch, ob das Obst mit dieser Methode wirklich so lange haltbar ist, zumal die Meinungen darüber auseinander gehen. Manche behaupten, es würde sich nicht lange halten und sich innerhalb kurzer Zeit farblich in graues Mus verändern. Meine Mutter hat mir gestern von einer Nachbarin erzählt, die Apfelmus auch in Schraubgläser füllt, die Gläser aber anschließend noch für gewisse Zeit in einer Fettpfanne mit Wasser im Backofen sterilisiert. Hmm, dann kann man es ja gleich auf herkömmliche Art einkochen, oder? Wie macht Ihr das denn (außer einfrieren) und welche Erfahrung habt Ihr ggf. mit den Schraubgläsern gemacht?

Ein pikanter Lieferservice

Letzten Sonntag beim Mittagessen hörten wir auf einmal seltsame Geräusche an der Haustür. Sie klangen nach Katze, waren aber auch höchst ungewöhnlich, jedenfalls nicht so, wie Katzen bzw. Kater normalerweise klingen. Herr Glasperlengarten ging zur Tür und rief kurz darauf mit einer nach unterdrücktem Gelächter klingenden Stimme: „Komm mal schnell, hier ist gerade etwas für uns abgegeben worden“… ??? Was denn abgegeben und dann noch am Sonntag? Als ich an der Tür war, haben wir beide lauthals losgeprustet. Draußen saß Sir Henry, dem man in seinem Katergesicht ansah, dass er fast vor Stolz platzen wollte – und dann legte er uns eine Grillwurst vor die Füße …

Natürlich haben wir den Kater in den höchsten Tönen gelobt, aber nicht, weil er offensichtlich auf Beutezug gewesen war, sondern weil er an uns gedacht hatte und für uns sorgen wollte, damit wir nicht verhungern. Seine Art Danke zu sagen dafür, dass wir uns um ihn kümmern und er nun schon seit einigen Jahren ein schönes Zuhause bei uns hat.

Übrigens hat die Nachbarschaft bisher noch keine gegrillte Wurst als verloren gegangen gemeldet 🙂