Es gibt eine völlig neue Art von „Fridolin-Fröschen“ im Glasperlengarten, nämlich welche, die auf wundersame Art und Weise abends in der Dunkelheit anfangen zu leuchten statt ein lautes Froschkonzert zu veranstalten. Gestern hat sich ein solches Exemplar im Topf meiner Bananenpflanze breit gemacht und als ich abends auf die Terrasse kam, leuchtete er mit aller Kraft Banana an, der Sonnenenergie sei Dank!

Und dann gibt´s da noch eine kleine Gartenlaterne mit einer kerzenartigen Leuchtquelle, die auf die gleiche Weise abends im Garten ihr geheimnisvolles Licht verbreitet. Augenblicklich steht sie noch auf dem Gartentisch, aber ich glaube, ich siedel sie um und hänge sie in den alten Kirschbaum.
Und jetzt wollt Ihr bestimmt wissen, was es mit den singenden Verehrern auf sich hat, oder? Also, bevor Ihr auf falsche Gedanken kommt, nicht ich werde abends im Garten mit Ständchen beglückt (wäre ja auch mal nicht schlecht…), sondern Katze Möhrchen hat seit Anfang der Woche jeden Abend einen anderen Kater im Schlepptau! Montag Abend saß sie vor der Haustür und schrie Zeter und Mordio, dass man glauben konnte, sie stecke am Spieß! Ne, da saß im gebührenden Abstand nur ein stattlicher weiß-bunt gefleckter Kater und starrte sie verständnislos an, bevor er nach kurzer Zeit mit verächtlichem Blick von dannen trabte. Dienstag Abend das gleiche Schauspiel, nur brüllte dieses Mal nicht Möhrchen, sondern vor der Treppe hatte sich ein schwarz-weißer Kater breit gemacht und gab durch entsprechende Laute zu verstehen, dass er mehr wollte als nur singen. Jetzt war es Möhrchen, die sich verächtlich herumdrehte und mit hoch erhobenem Schwanz in ihrem Haus verschwand und Kater buchstäblich sitzen ließ. Der war wegen der Abfuhr offensichtlich dermaßen beleidigt, dass er sich von mir gar nicht erst streicheln ließ, sondern stattdessen mit zwei, drei  Sätzen in der Dunkelheit verschwand. 
Gestern dann die nächste Sing-Aufführung. Diesmal fand die aber als Duett statt, und was für eines! Möhrchen gab eine Sondervorstellung als wildgewordene Furie, brüllte und knurrte in die dunkle Nacht, während im Lichtkegel der Hauslampe ein kleines rot-gestreiftes Katerchen saß und mit piepsiger Stimme den Casanova gab. Ich stand als Zuschauerin in der Tür und hab mich fast weggelacht. Das veranlasste Klein-Casanova, einige Katzenschritte näher zu kommen und laut schnurrend um meine Beine zu streichen. Ein drolliges Kerlchen, das aber mein Katzentier schon alleine wegen seiner Anwesenheit auf die Palme brachte. Sie grummelte immer lauter vor sich hin, aber davon ließ sich Katerchen nicht mehr abschrecken. Im Gegenteil, der hatte nur eines im Sinn, mit mir ins Haus zu kommen. Das süße Kerlchen zog wirklich alle Register, ließ sich von vorne bis hinten kraulen und schnurrte vor Vergnügen in den höchsten Tönen. Ich hätte in ja ins Haus gelassen, aber da saß dieses Teufeltier, plusterte sich auf doppelte Größe auf, machte zwei Schritte mit wütendem Blick auf das rote Katerchen zu – und der suchte dann sein Heil in der Flucht. Am Gartenzaun blieb er noch mal stehen, drehte sich um und miaute. Dann verschluckte ihn die Dunkelheit. 
Nun bin ich mal gespannt, welches Konzert heute Abend hier stattfindet.
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