Bis heute dachte ich, Engel wären ganz sanfte Wesen… Ich war ja schon etwas gewarnt, nachdem ich heute Morgen dieses kratzbürstige Exemplar aus dem Granulat zog, aber dass Engel einen zur Verzweiflung treiben könnten, hab ich nicht gedacht. Aber es gibt eine Art, die kann das, und nun ratet mal, wo dieser (B)Engel sein Unwesen getrieben hat! Na klar, im Glasperlengarten, wo denn sonst? Bei meinen stundenlangen Tauchlektionen im Spüli-Bad verzog er keine Miene, rührte sich nicht einen Mikro-Millimeter von der Stelle. Nachdem ich vor lauter anstrengendem Drehen schon eine Blase am Finger hatte, musste ich natürlich schärfere Geschütze auffahren und hab ihn kurzerhand in die Tiefkühltruhe gesteckt, wo er bis eben bibbern musste. Ich war mir ziemlich sicher, dass das gewirkt hat (wie heißt das noch mal: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben… oder so). Da hing dieses Glaswesen, das mir recht gut gelungen war, samt Dorn im Schraubstock und lachte sich vermutlich schon klammheimlich ins Fäustchen. Ich drehte und drehte, und drehte ….. Nix passierte. Also griff ich zum letzten Mittel und drohte diesem Verweigerungs-Engel in meiner Verzweiflung mit einem irdischen Werkzeug namens Hammer. Das half. Mühsam, sehr mühsam ruckelte das Glas im Schneckentempo an das Ende des Dorns. Nur noch ein paar Umdrehungen, dann hatte ich es geschafft. Dachte ich jedenfalls… aber ich hatte die Rechnung ohne diesen Racheengel gemacht, denn der brachte es doch tatsächlich fertig, auf den wirklich letzten Millimeter ein Stück von seinem gepunkteten Rand zu zerbröseln!
Ich hoffe auf Euer Verständnis, dass ich heute auf Engel nicht gut zu sprechen bin 😉

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