So, damit Ihr wisst, wie mein Urlaub weiter gegangen ist, kommt jetzt der nächste Teil:
Gegen 5.00 Uhr habe ich gedacht, Bruder wacht auf und ich habe mich sicherheitshalber zu erkennen gegeben, miau! Er hat mich gestreichelt und ich habe geschnurrt, schöööön!!!!!

Bruder wollte allerdings dann noch etwas schlafen und ich habe mich auf mein Kissen im Treppenhaus gehauen. Die Frau vom Bruder war verschollen. Ich glaube die geht nachts auf die Pirsch. Ich hoffe, dass sie mich morgen einfach mitnimmt, ich werde sie danach fragen! Aber plötzlich war sie wieder da wir haben eine halbe Stunde zusammen gespielt. Vom Fenster aus lässt sich der große Garten wunderbar beobachten. Ich weiß jetzt schon, da will ich hin. Aber die Urlaubsdosis wollen davon nichts hören. Sie haben eine schriftliche Gebrauchsanleitung von meiner Dosine und die schließt den Freigang für mich rigoros aus. Dabei will ich doch nur helfen und ihr Grundstück von Mäuschen befreien.

 

Das hier ist übrigens die Gebrauchsanweisung für kleine Kater, die ich den Urlaubsdosis vorher geschickt habe:
Gebrauchsanweisung
 
für ein friedliches Zusammenleben mit
 
der liebsten kleinen Nervensäge
 
 
 
 
Mein zweiter Urlaub bei Euch wird diesmal etwas länger dauern als beim letzten Mal.
Ob mein Aufenthalt bei Euch wieder so schön wird wie im Sommer, das liegt ganz bei Euch :-). Wenn Ihr mich pfleglich und richtig behandelt, mache ich keine Probleme! Ich schwöre!
 
Ich bin nicht nur ein liebes, süßes kleines Knöpfchen, ich gehöre auch zu den berühmt-berüchtigten S-Katern!
Ha, hab ich mir doch gedacht, dass Ihr nicht wisst, was das bedeutet.
Also, hier sind die großen „S“, die ganz wichtig für ein gedeihliches Zusammenleben mit mir sind (und nie vergessen: Ich bin ganz lieb und pflegeleicht!):
S – wie Schmusen
S – wie Spielen
S – wie Speisen
S – wie Schlafen
S – wie Schmusen
Schmusen ist das Wichtigste überhaupt! Ich kann zu jeder Tages- und Nachtzeit schmusen, am liebsten aber morgens im Bett. Wenn Ihr mich nicht sofort streichelt, wenn ich das will, dann hab ich meine eigenen Methoden, Euch das klar zu machen. Ich sage nur „Haarewaschen“… Nackige Zehen beiß ich auch gerne an oder ich zwick Euch ins Bein…
Zwischendurch immer mal wieder Streicheleinheiten setze ich jetzt einfach mal voraus!
 
 
S – wie Spielen
Ich bringe meine gelbe Kiste mit meinem Spielzeug mit. Am besten ist, Ihr macht den Deckel auf und ich bring Euch die Sachen, mit denen ich spielen will. Aber noch besser ist, wenn Ihr neue Spiele für mich erfindet. Ich spiele auch gerne Verstecken und fang-mich-doch und liebend gerne erschrecke ich Euch, wenn Ihr mich sucht. Ich mag keine Langeweile, also lasst Euch was einfallen…
 
 
S – wie Speisen
Also, eigentlich bin ich auch in dieser Hinsicht ganz pflegeleicht. Meistens jedenfalls, solange ich keinen Mordhunger habe. Aber das werdet Ihr dann schon merken, dann werde ich nämlich ungemütlich und brülle Euch an, wenn mein kleiner Magen knurrt. Ich brülle auch, wenn Ihr mir nicht genug in meinen Fressnapf tut! Mein Futter habe ich ja im Gepäck, was aber nicht heißt, dass ich keine Leckerchen mag! Oh doch, die mag ich. Z.B. fresse ich gerne gekochtes/gebratenes Hühnchen, Leber oder Fisch. Falls Ihr das auch mögt, würde ich an Eurer Stelle auf Euer Essen aufpassen…
 
S – wie Schlafen
Falls Ihr es schon wieder vergessen habt: Ich bin pflegeleicht. Am liebsten schlafe ich nachts bei Euch im Bett, wenn es sein muss, auch woanders – grummel, grummel. Ich hoffe, Ihr habt ein kuscheliges Daunen- oder Federbett. Dosine hat nämlich so eines und dort ist es urgemütlich!!! Und weil es so gemütlich ist, schlafe ich die ganze Nacht.
Tagsüber such ich mir schon irgendwo ein Plätzchen, wenn ich müde bin.
Nun habt Ihr eine kleine Gebrauchsanweisung, wie Ihr mich hegen und pflegen müsst, damit es mir bei Euch gut geht. Ich versprech Euch: Wir werden zusammen unseren Spaß haben!!!
 
Dosine hat darauf bestanden, dass hier unbedingt festgehalten wird, was Ihr auf gar keinen Fall machen dürft!
Sie will mich Nervensäge unbedingt wieder haben und deshalb dürft Ihr mich auch nicht raus lassen!!!
Großes, großes Grummel! Da könnt Ihr Euch jetzt aber allerhand einfallen lassen, um mich zu unterhalten. Ich kann nix dafür!

 

Weiter mit meinem Bericht:
Um 08.30 Uhr sind wir drei dann runter in die Küche und ich habe sofort Frühstück bekommen. Jetzt liege ich in meiner VIP-Lounge und mache ein Schlummerchen. Bruders Frau hat sich ihren Laptop geholt und hackt auf den Tasten rum, es ist fast wie Zuhause, wenn ich nur nicht immer von meinen Dosis träumen würde. Was die wohl jetzt machen? Ob die mich auch vermissen? Wenigstens etwas? Und Sir Henry? Ob der mich wiedererkennt, wenn ich irgendwann zurückkomme? Oder sollte ich ihn besser herholen? Hier kann man nämlich einen schönen Urlaub verbringen, Wellnes pur! Ich könnte ihm zeigen, wie ich mein neues Personal um die Pfoten wickele. Jetzt gebe ich mich erst einmal meinen Träumen hin, hier gibt es so viel Neues zu entdecken. Ich habe dann meinen Dosis in zwei Wochen ganz viel zu erzählen……

 

Auf dem Teppichboden mit der Fußbodenheizung darunter lässt es sich aushalten und die Wärme tut meinen müden Knochen gut. Ich hatte schließlich noch reichlich Muskelkater von meinen Gartenausflügen zuhause. Und auch ich werde nicht jünger 😉
Das habe ich auch gemerkt, als ich nachmittags auf der Holztreppe herum geklettert bin, derzeit mein Ersatzbaum. Ich werfe mich gerne der Länge nach auf eine Stufe und wälze mich dann hin und her. Das geht wunderbar, weil die Holzstufen so schön glatt sind und sich auch herrlich anfühlen. Einen kurzen Moment habe ich nicht aufgepasst, sonst halte ich mich immer mit meinem Schwanz an der Stufe oder am Geländer fest. Na jedenfalls war ich dann sehr schnell unten im Keller, sozusagen auf dem direkten Weg. Bruder war ganz aufgeregt und hat auch tüchtig mit mir geschimpft. Ich soll nicht mehr auf der Treppe spielen und aufpassen, was ich mache. Ich sei schließlich schon ein erwachsener Kater. Eben, deshalb weiß ich genau, was ich tue und was ich kann und nicht kann. Bin ja auch schon von dem ein oder anderen Baum in meinem Garten gefallen. Als Kletterkünstler kein großes Ding. Übrigens bin ich hoch erhobenen Hauptes wieder die Kellertreppe hoch gegangen und habe so getan, als wenn das alles geplant gewesen wäre. Die Urlaubsdosis haben sich allerdings nicht so ganz davon überzeugen lassen.

 

Abends sind wir dann zusammen ins Wohnzimmer gegangen, dort stand ja meine gelbe Spielzeugkiste. Zunächst ging der Deckel einfach nicht ab, aber die Urlaubsdosine hat mir geholfen und ich habe mir ein Spielzeug ausgesucht. Wir haben dann zu Dritt gespielt und ich durfte ganz viel schmusen. Wir hatten noch einen tollen Samstagabend. Es gab auch noch etwas zu knabbern für mich und leckere Katzenmilch, schleck. Irgendwann waren wir dann alle müde und ich bin schon einmal nach oben gegangen. Meine Beiden sind dann schnell hinter mir hergekommen. Ich hätte wieder beim Bruder auf dem Bett schlafen dürfen, wollte aber lieber die Nacht auf meiner eigenen Matratze verbringen. Von da aus kann ich in den Sternenhimmel schauen und den Mond sehen. Mir kam die Idee, in den nächsten Tagen einen kleinen Ausflug auf das Dach zu wagen. Von oben hat man bestimmt einen tollen Blick auf die Mäuse und mir kommt da kein anderer Kater in die Quere.
So, ich kann jetzt nicht mehr weiterschreiben, denn gleich kommt ja mein Besuch. Vorher sause ich noch ein bisschen durch den Garten, auch wenn es regnet. Dosine soll nur nicht auf die Idee kommen, mich abzutrocknen, wenn ich nachher pitschnass und mit dreckigen Pfoten rein komme! Ich mag keine Handtücher, schnappe sie mir sofort und jage sie gnadenlos über den Fußboden. Dosine versteht das nicht und rauft sich immer die Haare. Sie scheint heute nicht gut drauf zu sein, denn mehrmals hat sie zu mir gesagt, ich wäre heute besonders nervig. Pah, ich kann doch nichts dafür, dass sie nicht sofort verstanden hat, dass ich unbedingt raus will. Da musste ich halt meine berühmten Arien schmettern…
Wenn ich morgen Zeit habe, berichte ich Euch, was die Urlaubsdosis mir mitgebracht haben. Hoffentlich vergessen die das nur nicht einzupacken…
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