haben wir unsere bisherige Tierärztin. Es war die richtige Entscheidung, denn die fast schon automatischen Antibiotika- und Schmerzmittelgaben waren nicht das, was ich für den kleinen Kater wollte, zumal der Erfolg ja auch zu wünschen ließ.

Leider verschlechterte sich Knöpfchens Befinden übers Wochenende wieder und am Sonntag fraß und trank er nichts mehr, gar nichts. Sein vormals kräftiges Miauen wurde zu einem kläglichen Piepsen, tagsüber hatte er sich unter der Hecke versteckt und seinen Gesichtsausdruck konnte man wirklich nur noch als erbärmlich bezeichnen. Mir wurde langsam angst und bange und ich war heilfroh, dass ich nach einer fast schlaflosen Nacht umgehend einen Termin beim neuen Tierarzt bekam. Dieser Arzt entpuppte sich als ein wahrer Glücksfall! Er nahm sich viel Zeit und gab sich sehr viel Mühe, fragte alles Mögliche, strahlte eine unglaubliche Ruhe sowohl auf den kleinen Kater als auch auf mich aus. Er behandelte die Entzündung mit einem alternativen Mittel, da die Lymphknotenschwellung nur noch sehr gering war und er der Meinung war, dass man keinesfalls Antibiotika und erst recht kein Schmerzmittel verabreichen müsse. Aber er empfahl, doch eine Röntgenaufnahme machen zu lassen, wenn sich der Zustand in den nächsten zwei, drei Tagen nicht stabilisieren sollte. Denn dann müsse man doch nachsehen, ob vielleicht ein Fremdkörper in Kehle oder Magen dahinter stecken könnte, auch wenn er das eigentlich nicht so recht glaube. Er meinte noch, er würde den kleinen Kater nicht krankschreiben, der solle ruhig in seinen heißgeliebten Garten gehen, denn ob ich wirklich glauben würde, dass man im Krankenhaus gesund werden könne… ;-). Auf der ganzen Rückfahrt gab die kranke Nervensäge kaum einen Ton von sich. Das hat es noch nie gegeben, denn meistens protestiert er in seinem Transportkorb mehr oder weniger laut vor sich hin. Vielleicht hat er ja auch wie ich über den Tierdoc nachgedacht…

Abends fing er ganz plötzlich an zu trinken und machte sich kurze Zeit später nach über einer Woche zum ersten Mal wieder über sein Futter aus der Dose her, nachdem er sich den ganzen Nachmittag unter einem Strauch verkrümelt und kaum Anteil an seiner Umgebung genommen hatte.

Was er heute macht? Er frisst wie ein Scheunendrescher, saust wie eh und je durch den Garten und freut sich seines Lebens. Er beschmust auch wieder seinen Kumpel Sir Henry. Dem ist er seit einer Woche aus dem Weg gegangen. Die Nervensäge ist also wieder da! Endlich! Und mir geht´s auch wieder gut… 🙂

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