das dachte der kleine Kater und machte gestern spätabends die Nacht zum Tag…

Den ganzen Tag war er draußen und eigentlich sollte man meinen, dass er abends satt und zufrieden sein müdes Katerhaupt irgendwo hinbetten würde. Weit gefehlt! Die Nervensäge drehte da erst richtig auf! Bei Einbruch der Dunkelheit turnte er immer noch immer im Garten herum und machte sich einen Spaß daraus, kurz vor der Kellertür einen Luftsprung mit einer Kehrtwende von 180° zu machen, um mit kohlschwarzen vor Vergnügen blitzenden Augen in der Dämmerung zu verschwinden. Kurz darauf tauchte er wieder auf und versteckte sich unter der Gartenbank wohlwissend, dass Dosine Silberlocke ihm dorthin nicht so schnell folgen würde ;-). Dort saß er dann, klopfte mit seinem Schwanz auf den Boden nach dem Motto: „Fang mich doch“. Machte ich auch nur die leisesten Anstalten, sauste er wie ein geölter Blitz davon. Da half auch kein Klappern mit der sonst erfolgreichen Futterdose. Er raste auf den Baum, sauste über die Wiese und hatte Spaß ohne Ende, weil er mir immer wieder entwischte. Eigentlich habe ich nur darauf gewartet, dass er über meine erfolglosen Fangversuche laut lachen würde. Gewundert hätte mich das bei der Nervensäge keinesfalls. Zum Verhängnis wurden ihm dann schließlich das ausgelegte Trockenfutter, dem er nicht widerstehen konnte und schwups hatte ich ihn gepackt.

Endlich Ruhe – dachte ich, nachdem er seine Abendmahlzeit verputzt hatte… Weit gefehlt, denn frisch gestärkt drehte dieses Teufeltier dann erst richtig auf. Hakenschlagend und mit geringeltem Schwanz raste er durchs Wohnzimmer, nachdem er zuvor dem armen Sir Henry einfach seine Pfoten um die Ohren gehauen hatte. Der wußte gar nicht wie ihm geschah und guckte ganz verdattert drein. Zeit zum wundern blieb ihm nicht, denn Nervensäge plante schon die nächste Attacke, biss ihn in den Schwanz und sauste mit einem Satz über den Tisch (!) unter die Couch. Bevor Henry ihm folgen konnte, war er schon wieder weg und versteckte sich hinter der Gardine.  So ging das eine ganze Weile, Henry schüttelte irgendwann sein weises Haupt, war sichtlich genervt und meinte, solch einen durchgeknallten kleinen Kater könne er nicht weiter ertragen. Er ging raus und machte es sich vor der Haustür auf der Fußmatte bequem.

Herr Glasperlengarten hatte mittlerweile auch schon die Flucht ergriffen mit der Bemerkung, was ich der Nervensäge denn ins Futter getan hätte… Da saß ich nun mit dem kleinen verrückten Kater, der immer noch aus purer Lebensfreude durch die Gegend tobte. Dann, ganz plötzlich machte er einen Satz auf die Couch, gab noch ein paar Töne von sich, die nach „ich bin jetzt müde“ klangen, ringelte sich zusammen und schnurrte glücklich vor sich hin. Aufatmen…

Hatte ich eigentlich schon erwähnt wie froh ich bin, dass es der Nervensäge wieder richtig gut geht?

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