Sonniges Herbstwetter, klare Luft und weite Sicht – so hatten wir uns unsere Mädelswoche im Harz vorgestellt. War auch so, zumindest am ersten und letzten Tag ;-). Dann schwenkte das Wetter um und der Herbst zeigte sich von seiner anderen Seite: kühl, ungemütlich, nass und nebelig. Und dennoch hatten wir Glück, denn bis auf einen Tag schafften wir immer das perfekte Timing, zwischen Schlechtwetterperioden trockene Stunden und manchmal auch einen Hauch Sonnenschein zu erwischen und zu Unternehmungen in die nähere Umgebung zu starten. Allerdings kam es auch vor, dass wir nicht dort ankamen, wo wir eigentlich hinwollten, weil es unterwegs an Weggabelungen keine Hinweise mehr gab. Dann begann das große Rätselraten und selbstverständlich sind wir falsch abgebogen. Auch wenn wir nicht unser eigentliches Ziel erreichten, dafür hatten wir dann diese Begegnung der besonderen Art:

Nein, das sind keine Ziegen, sondern Kamerunschafe.

Nein, das sind keine Ziegen, sondern Kamerunschafe (das helle rechte natürlich nicht).

Das ist Harzer Rotvieh und gehört zu den ältesten und ursprünglichsten Nutztierrassen und ist vom Aussterben bedroht.

Wisst Ihr eigentlich, dass ich Esel liebe? Diesen hier hätte ich am liebsten vom Fleck weg adoptiert. Er bestätigte alle Eigenschaften, die man einem solchen Tier nachsagt, insbesondere seine Sturheit ;-). Höchst neugierig beäugte er mich, kam ein Stückchen näher und spitzte seine langen Ohren, als ich mit ihm sprach. Aber er dachte gar nicht daran, sich von mir streicheln zu lassen und hielt genau eine Handbreit Abstand. Machte ich einen Schritt zurück, kam er näher. Ging ich wieder an den Zaun, wich er zurück und starrte mich stur an. Doch, ich mag diese Tiere mit ihrem eigensinnigen Kopf und auf meinem Wunschzettel steht schon lange eine Wanderung mit solch einem Sturkopf…

Trotz des überwiegend trüben Wetters hatten die Ausblicke auf die herbstliche Harzlandschaft ihren besonderen Reiz:

Nur dieses luftige Höhenabenteuer an der Rappbode-Talsperre konnte uns absolut nicht reizen! Im Gegenteil, schon beim Zusehen konnte einem ganz schwindelig werden. Oder würdet Ihr gerne an einem Drahtseil hängend einen Kilometer weit und 120 m hoch über dem Talsperrenboden durch die Luft sausen? Also ich nicht!  Dabei habe ich in früheren Zeiten auch schon einige Abenteuer gewagt, bei denen Familie und Freunde mich für verrückt erklärt haben. Als vernünftiger Mensch schläft man ja beispielsweise auch nicht bei fast -20° auf einem zugefrorenen See, mal ganz abgesehen davon, dass man sich erst gar nicht auf einer Huskytour durch die einsame Wildnis Nordkanadas in eine solche Situation begibt ;-). Hab ich aber gemacht, und – es war das Abenteuer meines Lebens. Aber davon soll jetzt ja hier keine Rede sein. Vielleicht berichte ich Euch darüber ein anderes Mal.

Zurück zu dem Drahtseilakt an der Talsperrenmauer (sie ist übrigens die höchste in Deutschland). Es war schon atemberaubend die wagemutigen „Luftikusse“ über dem Abgrund gleiten zu sehen:

Am letzten Tag hatten wir dann herbstliches Bilderbuchwetter, so dass wir uns zu einem kleinen Ausflug an die Mandelholztalsperre bei Königshütte aufmachten:

Ach ja, die große Stickfee durfte mit auf die Reise in unsere Mädelswoche. Und was die da so gemacht hat, das zeige ich Euch demnächst. Im Gegensatz zu uns, die wir die Ruhe und Abgeschiedenheit unseres Ferienhäuschens so richtig genossen haben und die Seele baumeln lassen konnten, hatte Stickfee keine Auszeit, sondern musste arbeiten :-).

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