Es gibt Tage, an denen man besser nicht aufstehen sollte. Solche Tage machen noch nicht einmal vor der Weihnachtszeit halt! Nicht nur, dass es nicht hell wird, unaufhörlich nieselt und die Weihnachtsstimmung weit weg in einem anderen Universum zu sein scheint. Der kleine Kater ist beleidigt und grummelt vor sich hin, weil die Dosenöffnerin sich seiner Meinung nach nicht ausreichend mit ihm beschäftigt. Der große Kater grummelt ebenfalls wegen der Dosenöffnerin, denn er hätte gerne einen rund um die Uhr gefüllten Napf. Ohne Rücksicht auf die Waage und sein Gewicht versteht sich. Dabei könnte man ihn jetzt schon „Kugelkater“ nennen. Er allerdings meint, das wäre die beste Vorbereitung auf den bevorstehenden Winter und rollt sich schmollend auf der Couch am warmen Ofen zusammen.

In einer solchen Stimmung sollte man wohl besser nicht auf die Idee kommen, sich um kulinarische Weihnachtsgeschenke zu kümmern, denn so etwas kann eigentlich nur schief gehen. Hinterher ist man immer schlauer, ich auch… Dabei sind die kulinarischen Geschenke durchaus gelungen, sieht man mal davon ab, dass ich mich fast unauflöslich mit der Arbeitsplatte verklebt hätte. Dabei hab ich nur das Pferd von hinten aufgezäumt und wollte mit der Verzierung der Geschenkverpackung anfangen. Das ging gründlich schief und ich kann von Glück sagen, dass ich vor Verzweiflung nicht die Hände zusammengeschlagen hatte, das hätte fatal geendet und Weihnachten wäre gelaufen gewesen.

Ich hätte vorher die Gebrauchsanweisung gründlich lesen sollen, worin stand, dass Sekundenkleber nicht in Kinderhände unfähige Hände gelangen darf oder so ähnlich… Wie konnte ich denn auch ahnen, dass beim Öffnen der Tube nicht nur ein Tropfen, sondern fast der halbe Tubeninhalt wie Wasser herausfloss, über meine Hände tropfte und sich auf der Arbeitsplatte breit machte… Der Atem stockte und Groll stieg in mir auf, aber das half mir natürlich nicht. Handeln war angesagt. Die Verzierung für die benötigten Gläser waren hin und zum Glück war ich so geistesgegenwärtig, mit den klebenden Fingern nicht irgend etwas anzufassen. Wäre sicherlich ein lustiger Anblick gewesen, eine für alle Zeiten fest mit der Marmorfläche verklebte Glasperlenfee in der Küche  :-).

Der Sekundenkleber heißt ja nicht umsonst „Sekunden“kleber… Im Nu war alles fest und gehärtet, einschließlich der Kleberei an meinen Fingern. Die sahen aus, als hätte ich sie angepinselt, der Kleber war inzwischen weiß ausgehärtet. Nachdem sich zu meiner großen Erleichterung die Klebeschweinerei auf dem Marmor mit Nagellackentferner ziemlich gut beseitigen ließ, versuchte ich das gleiche mit meinen Händen. Da war aber offensichtlich die Konstellation eine ganz andere, denn statt Beseitigung verschmierte das Ganze immer mehr… Herr Glasperlengarten opferte die Verdünnung aus seiner Werkstatt, aber selbst das half nicht richtig. Gefühlte Stunden schrubbte ich mit Seife, Verdünner und Gartenrubbelcremes an meinen Händen herum. Mittlerweile sind sie wieder bis auf wenige hartnäckige Spuren vorzeigbar.  Und die Haut ist auch noch dran  😉

Ach so, Ihr wollt endlich wissen, welche kulinarische Weihnachtsüberraschung das große Klebedesaster ausgelöst hat? Ich habe noch mal den Glühweinzucker vom vergangenen Jahr gemacht, denn der ist bei allen Beschenkten sehr gut angekommen.

Hier noch mal das Rezept:

  • Mark von einer Vanilleschote (es gibt im Lebensmittelhandel Bourbon-Vanilleschoten zum vermahlen, die habe ich genommen)
  • 300 g braunen Zucker
  • 1 Teel. Lebkuchengewürz
  • 1 1/2 – 2 Teel. Zimt
  • abgeriebene Schale von einer Bio-Orange

Jetzt setze ich mich still in eine Ecke und rühre mich nicht mehr. Und erst recht werde ich mich vor jeglicher Kleberei hüten.

 

 

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