war ich für eine Woche mit bester Freundin. Mädelswoche im Harz, diesmal im Frühsommer statt im Herbst. Es waren erholsame Tage in einem gerade erst restauriertem ruhigem Ferienhäuschen mitten in einem typischen Harzer Dörfchen. Glück mit dem Wetter hatten wir auch, nur ein einziges Mal kam der Regenschirm zum Einsatz.

Fotografiert habe ich, was Ausflugsziele und touristische Höhepunkte anbelangt, in dieser Woche kaum. Wer will denn auch das dritte Bild vom Rathaus in Wernigerode oder das vierte vom Rathausplatz mit den vielen schönen Fachwerkhäusern in Quedlingburg sehen?

Einen neuen Spot aber gab es, da hätte sich das Fotografieren sicherlich gelohnt: Die vor erst vor kurzem eröffnete Hängebrücke über die Rappbodetalsperre. Mit 483 m ist sie die längste Hängeseilbrücke der Welt. Dass diese Attraktion ein großer Anziehungspunkt sein würde, war uns ja klar, als wir uns am Pfingstmontag auf den Weg machten und durch den idyllischen Harz fuhren. Nichts ließ ahnen, was uns wirklich erwarten und nahezu sprachlos machen würde: Schon einige Kilometer vor der Talsperre kam man fast nur noch im Schritttempo vorwärts, weil rechts uns links die Straße zugeparkt war. Die Autos standen in einer schier endlosen Reihe dicht an dicht, wahre Menschenmassen strömten Richtung Talsperre. Selbst wenn man gewollt hätte, wenden war unmöglich, es gab nur noch eine Richtung, nämlich mitten durch das Chaos. Der einzige öffentliche Parkplatz war hoffnungslos überfüllt, die Menschenreihe an der Kasse war ellenlang. Bei der langsamen Fahrt über die Sperrmauer (auch hier Menschenmassen) konnte man einen kurzen Blick auf die Hängebrücke werfen. Na klar, auch hier Menschen über Menschen. Uns hatte es inzwischen die Sprache verschlagen, und wir hatten nur noch einen einzigen Gedanken: Nichts wie weg hier! Das war gar nicht so einfach, denn auch von der anderen Richtung her stauten sich die PKW kilometerweit am Straßenrand und auch auf der Straße noch bis weit hinter die nächste Straßenkreuzung. Erleichtertes Aufatmen, als wir endlich nach einer gefühlten Ewigkeit dem Gewimmel entronnen waren! Falls Ihr Lust auf idyllische Fotos der Brücke habt, guckt hier. Ich hätte Euch nur Horror-Bilder zeigen können…

 

Himmlische Ruhe empfing uns im Ferienhaus, und nachdem wir uns vom Schock erholt hatten, machten wir uns auf den Weg zu einer Fotosession am Straßenrand. Nein, wir wollten keine Blechlawinen und Menschenmassen fotografieren, sondern diese traumschöne Blütenpracht:

 

 

 

 

Als ich gestern nach Hause kam, traute ich meinen Augen kaum, so sehr war es im Garten und Hochbeet während dieser einen Woche gewachsen. Es gibt also viel zu tun.

Ach ja, bei der kleinen Nervensäge musste ich mich auch erst einmal wieder einschmeicheln. Kleiner Kater war im Gegensatz zu Sir Henry tödlich beleidigt, obwohl Herr Glasperlengarten ja zuhause geblieben war.

 

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