Mai und Juni sind für mich die schönsten Gartenmonate und auf Schritt und Tritt ein einziger Blüten- und Farbrausch.

Als ich die Koffer für den Mädelsurlaub packte, begann der alte Kirschbaum gerade zum zweiten Mal zu blühen: Die dort heimisch gewordene Kletterrose Bobby James öffnete die Blüten. Angesichts des recht warmen Wetters hatte ich nicht damit gerechnet, nach meiner Rückkehr noch viel von der Rosenblüte zu sehen, denn leider blüht sie ja nur einmal. Groß war meine Überraschung, als ich im Garten einen riesigen Blumenstrauss vorfand, während heute bei dem starken Wind unaufhörlich die letzten Blütenblätter vom Baum wehen und die Wiese aussehen lassen, als hätte es frisch geschneit.

 

Gartenfrust dagegen schlug an anderer Stelle zu. War ich zuvor noch so froh darüber gewesen, dass entgegen aller Unkenrufe weder Schnecken noch sonstiges Getier das neue Hochbeet heimsuchten, traute ich nach dem Urlaub kaum meinen Augen: Ganze Heerschaaren von Läusen (und auch anderes Getier) hatten meine Pastinaken überfallen und sich auf und unter den Blättern niedergelassen. Laus an Laus saß dort und freute sich darüber, sich die Bäuche vollschlagen zu können. Hmpf… Ich hab´s nun erst mal versucht, sie mit verdünnter Seifenlauge zu vertreiben. Sieht nicht so aus, als hätte das die Biester groß beeindruckt… Was nun?

 

Und dann versuche ich immer noch das Geheimnis der verschwundenen Bohnen zu ergründen. Ende Mai hatte ich etliche Bohnenkerne im Gartenbeet ausgelegt und wartete auf das Grün. Wartete und wartete und wartete… Vergebens. Noch vor der Mädelswoche habe ich nachgesehen, was die Kerne denn so lange in der Erde machen. Tja, es waren gar keine mehr da! Keinen einzigen Bohnenkern habe ich gefunden! Einfach auf Nimmerwiedersehen und ohne Spuren zu hinterlassen verschwunden! Die Erde war nicht aufgewühlt oder aufgekratzt, nichts dergleichen. Zauberbohnen, die sich auf geheimnisvolle Art und Weise ins Nichts auflösen 😉

 

Nicht verschwunden dagegen sind meine neuen David-Austin-Rosen, die ich im Frühling gepflanzt hatte. Sie holen allmählich den Rückstand durch die Spätfröste auf und zeigen erste Blüten. Eine ungewöhnliche Blütenform hat „Sir Walter Scott“. Sie hat Ähnlichkeit mit einer Dahlie, findet Ihr nicht auch? Mir gefallen die kleinen rosettenartigen Blüten sehr. Ein bisschen enttäuscht bin ich nur über den geringen Duft. Da hatte ich wohl meine Erwartungen zu hoch geschraubt.

Duftmäßig ein Highlight ist dieses Jahr dagegen wieder die französische Rose, deren Namen ich leider nicht weiß. Ihr Duft ist unglaublich, genauso wie die Blütenfülle. Sie hatte ja schon im letzten Jahr lange und ausgiebig geblüht, aber nun hat sie trotz der Spätfröste noch viel mehr Blüten angesetzt.

Ich bin gespannt, wie die Blüten der anderen englischen Rosen aussehen werden, wenn sie demnächst aufblühen und hüpf nun noch schnell zum Gartenglück.

Advertisements