Kein Platz mehr

Vor ein paar Tagen hatte ich einen Schrank leergeräumt, weil ich darin einen Teil der Weihnachtsdeko verstauen wollte. Als ich die Sachen sortiert hatte und anfangen wollte, sie einzuräumen, gab es keinen Platz mehr für Kerzen, Sterne und Kugeln:

Die Nervensäge hatte einen Heidenspaß und ließ sich nicht aus dem Schrank vertreiben. Als es langweilig wurde, kletterte der kleine Kater in die danebenliegende Schublade, dann über den hinteren Schubladenrand und verschwand im hinteren Teil des Schrankes. Dort rollte er sich laut schnurrend zusammen und dachte gar nicht daran, sein tolles Versteck zu verlassen. Ab und zu sah man seine kohlschwarzen weit aufgerissenen Augen über den Rand blinzeln, denn er musste ja unbedingt wissen, was ich machte, aber an Einräumen war vorerst nicht zu denken. Mit List und Tücke gelang es mir schließlich, ihn aus den Tiefen des Schrankes wieder hervorzulocken. Mit einem Satz sprang er aus der Schublade, schnappte sich eine weihnachtliche Filzgirlande und sauste mit ihr unter den großen Schneidetisch. Vor Vergnügen klopfte sein Schwanz auf den Boden – und dann machte er sich daran, die Girlande in ihre Einzelteile zu zerlegen. Bevor ihm das gelang, hatte ich ihn endlich gepackt und vor die Tür befördert, nachdem ich zuvor die Girlande gerade noch rechtzeitig retten konnte. Da saß er nun und miaute Zeter und Mordio in allen nur denkbaren Tonlagen, weil man ihn ausgesperrt hatte. Armer Kater…

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Advent in Etappen

Die romantische Vorstellung, die Adventszeit müsse in Schnee und Kälte stattfinden, stellt sich in diesem Jahr bei uns etappenweise ein. Heißt, zum zweiten Mal haben wir an einem Adventswochenende Schnee. Und Eis. Spiegelglatt ist es bei uns. Die dünne Schneeschicht täuscht über die darunter liegende Vereisung hinweg. Nur selten sieht man ein Auto, dann knirscht es gewaltig auf der Straße, wenn die Räder über die Eisschicht rollen. Vorsicht ist angesagt. Nur den kleinen Kater stört das alles nicht, der stapft fröhlich durch den Schnee. Naja, er hat ja auch eingebaute Spikes und einen angewachsenen Fellmantel …  🙂

Habt einen schönen zweiten Advent und macht es Euch gemütlich!

Ausgeflogen

war ich für eine Woche mit bester Freundin. Mädelswoche im Harz, diesmal im Frühsommer statt im Herbst. Es waren erholsame Tage in einem gerade erst restauriertem ruhigem Ferienhäuschen mitten in einem typischen Harzer Dörfchen. Glück mit dem Wetter hatten wir auch, nur ein einziges Mal kam der Regenschirm zum Einsatz.

Fotografiert habe ich, was Ausflugsziele und touristische Höhepunkte anbelangt, in dieser Woche kaum. Wer will denn auch das dritte Bild vom Rathaus in Wernigerode oder das vierte vom Rathausplatz mit den vielen schönen Fachwerkhäusern in Quedlingburg sehen?

Einen neuen Spot aber gab es, da hätte sich das Fotografieren sicherlich gelohnt: Die vor erst vor kurzem eröffnete Hängebrücke über die Rappbodetalsperre. Mit 483 m ist sie die längste Hängeseilbrücke der Welt. Dass diese Attraktion ein großer Anziehungspunkt sein würde, war uns ja klar, als wir uns am Pfingstmontag auf den Weg machten und durch den idyllischen Harz fuhren. Nichts ließ ahnen, was uns wirklich erwarten und nahezu sprachlos machen würde: Schon einige Kilometer vor der Talsperre kam man fast nur noch im Schritttempo vorwärts, weil rechts uns links die Straße zugeparkt war. Die Autos standen in einer schier endlosen Reihe dicht an dicht, wahre Menschenmassen strömten Richtung Talsperre. Selbst wenn man gewollt hätte, wenden war unmöglich, es gab nur noch eine Richtung, nämlich mitten durch das Chaos. Der einzige öffentliche Parkplatz war hoffnungslos überfüllt, die Menschenreihe an der Kasse war ellenlang. Bei der langsamen Fahrt über die Sperrmauer (auch hier Menschenmassen) konnte man einen kurzen Blick auf die Hängebrücke werfen. Na klar, auch hier Menschen über Menschen. Uns hatte es inzwischen die Sprache verschlagen, und wir hatten nur noch einen einzigen Gedanken: Nichts wie weg hier! Das war gar nicht so einfach, denn auch von der anderen Richtung her stauten sich die PKW kilometerweit am Straßenrand und auch auf der Straße noch bis weit hinter die nächste Straßenkreuzung. Erleichtertes Aufatmen, als wir endlich nach einer gefühlten Ewigkeit dem Gewimmel entronnen waren! Falls Ihr Lust auf idyllische Fotos der Brücke habt, guckt hier. Ich hätte Euch nur Horror-Bilder zeigen können…

 

Himmlische Ruhe empfing uns im Ferienhaus, und nachdem wir uns vom Schock erholt hatten, machten wir uns auf den Weg zu einer Fotosession am Straßenrand. Nein, wir wollten keine Blechlawinen und Menschenmassen fotografieren, sondern diese traumschöne Blütenpracht:

 

 

 

 

Als ich gestern nach Hause kam, traute ich meinen Augen kaum, so sehr war es im Garten und Hochbeet während dieser einen Woche gewachsen. Es gibt also viel zu tun.

Ach ja, bei der kleinen Nervensäge musste ich mich auch erst einmal wieder einschmeicheln. Kleiner Kater war im Gegensatz zu Sir Henry tödlich beleidigt, obwohl Herr Glasperlengarten ja zuhause geblieben war.

 

Wiesenbunt

Eine Eintagsfliege war der gestrige wunderschöne Maitag mit Sonnenschein und angenehmen Temperaturen, einfach schön. Das lässt den Frost und dessen Folgen schnell vergessen, aber die nächsten frostigen Nächte sollen ja schon wieder vor der Tür stehen  😦 . Da kann man nur hoffen, dass es diesmal nicht mehr so arg werden wird. Heute regnet es, aber das Nass hat dem Garten auch gefehlt. Man kann zusehen, wie es fast jede Stunde grüner wird und überall spriesst. Maigrün

Mai und Juni sind meine Lieblingsmonate, und auch in diesem Jahr habe ich auf der Wiese wieder ungemähte Inseln stehen lassen, wo alles wachsen und blühen darf wie es will. Und das tut es! Ein Paradies für Bienen und Hummeln, die gestern zahlreich zum Festmahl erschienen. Bis in den Abend hinein hörte man es überall summen und brummen.

 

Auch auf die kleine Nervensäge hat die Blumenwiese mit ihrem Duft eine magische Anziehungskraft. Der Kater liebt sie und wirft sich oftmals wonnig schnurrend ins Blütenreich.

 

In der Nachbarschaft kreist permanent Robby, ein kleiner Mähroboter über den Rasen. Grün und gepflegt sieht es dort aus. Aber es gibt auch keine bunten Wiesenblumen, keine Pusteblumen, die ihre federleichten Samenschirmchen durch die Luft schweben lassen, keine Gänseblümchen, die sich mit ihrem strahlenden Weiß der Sonne entgegenrecken, keine strahlend blauen Günselblüten, die von Bienen und Hummeln umschwärmt werden, keine Wiesenmargeriten, die demnächst aufblühen… Eine andere Vorstellung von Garten und Natur. Ich dagegen liebe meine Blumenwiese, das kleine Paradies für Mensch und Tier.

Habt einen schönen Maisonntag und genießt ihn trotz Tropfen vom Himmel. Ich hüpf jetzt mit der bunten Blumenwiese noch schnell zum Gartenglück von Loretta und Wolfgang.

Der summende Baum

Sie sind wieder da – und zwar so zahlreich wie schon lange nicht mehr. Die Rede ist von Bienen! Entgegen allen schlechten Prophezeihungen fliegen sie bei dem augenblicklich so herrlichen Frühlingswetter von morgens bis abends im Garten herum. Fleißig sammeln sie Pollen von den jetzt überall aufblühenden Frühlingsblühern und tummeln sich besonders gerne in den farbenprächtigen Krokusblüten. Hauptanziehungspunkt in unserem Garten ist aber die große Korkenzieherhasel, die zu einem summenden Baum geworden ist, in dem es von morgens bis abends unaufhörlich summt und brummt. Ich könnte stundenlang auf der Gartenbank sitzen und dem munteren Treiben zuhören und -sehen. Naja, „stundenlang“ ist um diese Jahreszeit nicht drin, dafür gibt es jetzt viel zu viel zu tun.

 

Heute Nachmittag geht es wieder ab in den Garten. Der Aufpasser, der ein akribisches Auge darauf hat, dass ich auch alles richtig mache, ist schon zur Stelle  :-).

Habt einen guten Start in die die neue Frühlingswoche.