Kälte, Schnee und Hundepfoten

Am Wochenende ist in Alaska das legendäre Schlittenhunderennen, der Yukon-Quest gestartet. Ich habe vor dem PC gesessen und den Start live mitverfolgt. Und da kamen sie sofort wieder hoch, die Erinnerungen an meine eigene Huskytour vor einigen Jahren – ein langgehegter Kindheitstraum, der damals in Erfüllung gegangen ist. Auf meinem Reiseblog könnt Ihr mitlesen, wie es mir auf dieser Abenteuertour ergangen ist.

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Ausgeflogen

war ich für eine Woche mit bester Freundin. Mädelswoche im Harz, diesmal im Frühsommer statt im Herbst. Es waren erholsame Tage in einem gerade erst restauriertem ruhigem Ferienhäuschen mitten in einem typischen Harzer Dörfchen. Glück mit dem Wetter hatten wir auch, nur ein einziges Mal kam der Regenschirm zum Einsatz.

Fotografiert habe ich, was Ausflugsziele und touristische Höhepunkte anbelangt, in dieser Woche kaum. Wer will denn auch das dritte Bild vom Rathaus in Wernigerode oder das vierte vom Rathausplatz mit den vielen schönen Fachwerkhäusern in Quedlingburg sehen?

Einen neuen Spot aber gab es, da hätte sich das Fotografieren sicherlich gelohnt: Die vor erst vor kurzem eröffnete Hängebrücke über die Rappbodetalsperre. Mit 483 m ist sie die längste Hängeseilbrücke der Welt. Dass diese Attraktion ein großer Anziehungspunkt sein würde, war uns ja klar, als wir uns am Pfingstmontag auf den Weg machten und durch den idyllischen Harz fuhren. Nichts ließ ahnen, was uns wirklich erwarten und nahezu sprachlos machen würde: Schon einige Kilometer vor der Talsperre kam man fast nur noch im Schritttempo vorwärts, weil rechts uns links die Straße zugeparkt war. Die Autos standen in einer schier endlosen Reihe dicht an dicht, wahre Menschenmassen strömten Richtung Talsperre. Selbst wenn man gewollt hätte, wenden war unmöglich, es gab nur noch eine Richtung, nämlich mitten durch das Chaos. Der einzige öffentliche Parkplatz war hoffnungslos überfüllt, die Menschenreihe an der Kasse war ellenlang. Bei der langsamen Fahrt über die Sperrmauer (auch hier Menschenmassen) konnte man einen kurzen Blick auf die Hängebrücke werfen. Na klar, auch hier Menschen über Menschen. Uns hatte es inzwischen die Sprache verschlagen, und wir hatten nur noch einen einzigen Gedanken: Nichts wie weg hier! Das war gar nicht so einfach, denn auch von der anderen Richtung her stauten sich die PKW kilometerweit am Straßenrand und auch auf der Straße noch bis weit hinter die nächste Straßenkreuzung. Erleichtertes Aufatmen, als wir endlich nach einer gefühlten Ewigkeit dem Gewimmel entronnen waren! Falls Ihr Lust auf idyllische Fotos der Brücke habt, guckt hier. Ich hätte Euch nur Horror-Bilder zeigen können…

 

Himmlische Ruhe empfing uns im Ferienhaus, und nachdem wir uns vom Schock erholt hatten, machten wir uns auf den Weg zu einer Fotosession am Straßenrand. Nein, wir wollten keine Blechlawinen und Menschenmassen fotografieren, sondern diese traumschöne Blütenpracht:

 

 

 

 

Als ich gestern nach Hause kam, traute ich meinen Augen kaum, so sehr war es im Garten und Hochbeet während dieser einen Woche gewachsen. Es gibt also viel zu tun.

Ach ja, bei der kleinen Nervensäge musste ich mich auch erst einmal wieder einschmeicheln. Kleiner Kater war im Gegensatz zu Sir Henry tödlich beleidigt, obwohl Herr Glasperlengarten ja zuhause geblieben war.

 

Alt, idyllisch und gemütlich

Wie versprochen, berichte ich Euch heute ein bisschen vom idyllischen kleinen Städtchen Stolberg im Südharz.

Auf unserer diesjährigen Harzreise war uns der Wettergott besser gesonnen als im letzten Jahr. Unsere Ausflugsziele beschlossen wir immer ganz spontan beim Frühstück und Blick aus dem Fenster. Beste Freundin schlug eines Morgens vor, das alte Städtchen Stolberg zu besuchen und das war eine gute Entscheidung, wie sich herausstellte. Wir erreichten unser Ziel nach einer ca. 40 km langen Fahrt durch die in Herbstfarben leuchtende Harzer Berglandschaft. Ich verliebte mich auf der Stelle in das zauberhafte Örtchen mit seinen vielen Fachwerkhäusern. Solche alten Fachwerkbauten hatten schon immer magische Anziehungskraft auf mich und hier waren auf einem Fleck unzählige von ihnen versammelt, eines schöner restauriert als das andere.

Stolberg ist recht klein und hat ca. 1400 Einwohner. Bis 2010 besaß der beschauliche Ort Stadtrecht, dann wurde er in die Gemeinde Südharz eingemeindet. Gegründet wurde er vor über 1000 Jahren als Bergbausiedlung. Bis Anfang des 17. Jahrhunderts förderte man Eisen, Kupfer, Silber, Zinn und Gold.

Einen Besuch im Keks-Paradies sollte man nicht verpassen. Auch wir konnten dem Duft nicht widerstehen und waren im Werksverkauf… Ich sag nur: Weihnachtszeit, Zimtsterne, Spekulatius, handgemachte Pralinen und Schokoladenspezialitäten und noch vieles mehr… Aber nicht nur deshalb möchte ich irgendwann noch einmal nach Stolberg. Neben Quedlinburg und Wernigerode ist das für mich der schönste Ort im Harz und ganz sicher gibt es dort noch viel Schönes zu entdecken. Wernigerode kam uns in diesem Jahr touristisch ziemlich überlaufen vor. Jedenfalls war das in diesem Jahr so. Quedlinburg dagegen machte bei unserem erneuten Besuch einen gemütlicheren Eindruck, was auch daran liegen kann, dass die Stadt größer ist und sich die vielen Besucher in den zahlreichen Gassen verlaufen.

Dunkel war´s, der Mond schien helle

kennt Ihr diesen Vers?

Gestern Abend auf der Gartenbank im Mondschein und bei lauen Sommertemperaturen fiel er mir auf einmal wieder ein, der Spruch aus meiner Kindheit. Meine Mutter hat uns Kinder damit auf einer nächtlichen Autofahrt über eine winzig schmale Straße ohne Seitenbegrenzung am schwindelerregenden Abgrund vorbei abgelenkt. Wir machten Ferien in den Bergen und kamen spätabends von einem Ausflug zurück. Wir amüsierten uns prächtig über die Widersprüche der lustigen Zeilen und vergaßen unsere Angst

Dunkel war´s, der Mond schien helle,

als ein Auto blitzeschnelle langsam um die Ecke fuhr.

Drinnen saßen stehend Leute, schweigend im Gespräch vertieft,

als ein totgeschossner Hase auf der Sandbank Schlittschuh lief.

  • Diese Zeilen soll Goethe verfasst haben. Hier habe ich vorhin das komplette Gedicht gefunden.

 

Wenn einer eine Reise tut

… dann kann er nach der Rückkehr was erleben – nämlich einen zutiefst beleidigten kleinen Kater, der seiner Dosine zeigt, was er von ihrer Abwesenheit hält (dabei hat er selbst Urlaub gemacht und ist von seinen Ersatz-Dosis nach Strich und Faden verwöhnt und verhätschelt worden).

Tagelang hat er geschmollt, hauptsächlich mit mir. Bei Herrn Glasperlengarten hat er geschnurrt, wenn dieser ihn gestreichelt hat, während er bei mir gar nicht daran dachte, auch nur einen Pieps von sich zu geben. Dazu sein beleidigter Gesichtsausdruck! Noch nicht mal sein Lieblingsspielzeug konnte ihn aus der Reserve locken, nichts zu machen! Er war und blieb bockig, vier Tage lang! Aber jetzt ist endlich wieder alles wieder in Ordnung… 🙂