August 2012 – 2. Teil

25.8.12 – Rituale im Katerhaus

Hach, meine Dosine ist diese Woche ziemlich schreibfaul gewesen. Gerade protestiert sie lautstark, dass das nicht stimme! Ich würde ja den ganzen Tag nur faul herumliegen, tsss… ich glaube, da gibt es wohl eine Menge Gesprächsbedarf zwischen mir und meinem Personal.

Ein Kater wie ich, der sich zweibeiniges Personal leisten kann, der kann es sich auch leisten, nicht selbst für einen vollen Katerbauch sorgen zu müssen! Nachdem ich meinen Dosis lang und breit erklärt habe, welches Futter ich mag und welches nicht und dass ich zum Frühstück noch längst nicht alles fresse, was die Vorräte hergeben, kann ich sie mittlerweile getrost zum Einkauf schicken. Gester war es wieder so weit und nun ist mein Keller erst mal wieder gefüllt. Wo mein Futter deponiert wird, habe ich Schlaumeier natürlich gleich in den ersten Tagen herausgefunden und sobald die Dosis morgens die Tür für mich öffnen, sause ich mit knurrendem Magen und lauten Verhungerungsschreien in meinen Vorratskeller, damit sie mir zum Frühstück auch das Richtige raussuchen und das möglichst schnell. Bisher hat diese Strategie immer geklappt und mich stört es auch kein bisschen, dass sie mich einen „verfressenen Kater“ nennen. Ich habe ja sowieso schon so viele Namen, da kommt es auf ein paar mehr oder weniger auch nicht mehr an.

Bisher bin ich bei dem schönen Wetter ja immer noch ein „Draußen-Sir-Henry“, heißt, ich schlafe auch nachts draußen. Da kann ich wenigstens machen, was ich will. Wenn mir danach ist, dann marschier ich halt nach Mitternacht los und mach mir ne schöne Nacht (naja, bevor Dosine es Euch erzählt, mach ich das lieber selbst: Ich habe schon wieder eine neue Schramme, aber woher, wieso und warum ich die habe, darüber schweige ich beharrlich. Ein bisschen Intimsphäre muss ich ja auch noch haben!).

Die Dosis sind, was nächtliche Unternehmungen angeht, ja sehr, sehr komisch oder könnt Ihr mir etwa erklären, warum die spätestens um Mitternacht fast im Stehen einschlafen und unbedingt ins Bett möchten? Bis dahin gebe ich mir meistens die größte Mühe, um sie zu unterhalten. Heißt, nach stundenlanger Schmuserei spiele ich mit ihnen in meinem großen Garten im Dunkeln verstecken, aber ich erschrecke sie auch schon mal zu Tode. Ich sitze dann unter irgendeinem Strauch und wenn sie mich suchen, schieße ich wie ein Pfeil aus meinem Versteck, haue ihnen blitzschnell meine Pfoten um die Beine und beiße sie manchmal auch ein bisschen, aber wirklich nur ein klitzekleines bisschen, ehrlich! Das ist doch aber kein Grund dafür, dass sie mitten in der Nacht laut losquietschen, oder? Aber genau das tun sie! Fehlt nur noch, dass sich die Nachbarn beschweren, ihretwegen natürlich, denn ich bin ja mucksmäuschenstill…

Meine Dosine habe ich neulich dazu gebracht, mir ein schönes langes Band zum Spielen zu spendieren, einem Sir steht so etwas ja schließlich zu. Damit sausen wir abends dann durch meinen Garten. Lustig ist das, vor allem dann, wenn ich es ihr stibitze, damit wegrenne und es unter einem Strauch verstecke. Weil ich ja weiterspielen will, bestehe ich darauf, dass sie auf die Suche geht, manchmal auch auf allen Vieren. Aber Bewegung ist ja gesund…

Schnurrende Grüße – Euer Sir Henry

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26.8.12 – Erfolgreicher Um-/Einzug

So, es ist geschafft. Mit Sack und Pack (zum Glück haben wir Kater ja nicht so viel Gepäck) bin ich von heute auf morgen in mein neues Haus eingezogen und die Dosis sind nun meine Untermieter :-). Geschlossene Türen waren mir ja noch vor kurzem ein Greuel, aber nachdem ich die erste Nacht in meinem neuen Zuhause unbeschadet überstanden hatte, ging es dann besser. Vorgestern Abend hat es hier fürchterlich geregnet und meine Dosine mit ihrem großen Katerherz hat mitleidsvoll gemeint, ich soll doch lieber ins Haus kommen, anstatt auf der Gartenbank zu nächtigen. Ich war ja zuerst noch skeptisch, aber dann habe ich gemerkt, wie schön und gemütlich es im Haus ist. Nachts bin ich dann mal auf Wanderschaft gegangen und hab überall nachgesehen, was es zu entdecken gibt und abends war für mich völlig klar: Ich zieh jetzt für immer und ewig dort ein! So gut habe ich es noch nie gehabt. Dosine war völlig überrascht, hat mir aber sofort einen eigenen Futterplatz in der Küche eingerichtet. Guckt mal:

Denkt jetzt nicht beim Anblick der leeren Schüssel, ich bekäme hier nichts zu futtern! Doch, leckere Sachen gibt es immer und auf dem Foto habe ich die erste Portion schon aufgefuttert.

Könnt Ihr mir vielleicht mal einen Tipp geben, wie ich den Kühlschrank alleine aufmachen kann? Ich habe darin nämlich schon köstliche Sachen für mich entdeckt, aber meine Dosis meinen ja, die gehörten ihnen. Naja, irren ist menschlich… Sie haben ja auch gedacht, die Couch wäre ihre – bis heute! Ich habe mir die gestern Abend schon ein bisschen näher angesehen und ausgespäht, wo ich mich dort am besten niederlassen kann. Da gibt es eine ganz kuschelige Ecke und dort liege ich jetzt! Ganz Gentelmen, wie Kater wie ich nun mal sind, habe ich natürlich noch Platz für Dosine gelassen. Ich will ja immer mal wieder auf ihren Schoß und sie beschmusen. Der Dosenöffner sitzt alleine in einem Sessel, den habe ich aber heute auch schon besucht und mich einfach dazugequetscht. Naja, besonders glücklich sah er ja nicht aus (der Dosenöffner, nicht der Sessel…), dabei müsste er doch froh sein, dass er (noch) einen Sessel für sich alleine hat.

So, jetzt mache ich erst mal ein Nickerchen auf meiner neuen Couch. Bei dem miesen Wetter setze ich heute bestimmt keine Pfote mehr vor die Tür, wo es hier drinnen doch sooo gemütlich ist.

Die Decke auf der Couch ist natürlich auch meine…

 Schnurrende Grüße – Euer Sir Henry

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29.8.12 – Speck und keine Mäuse

Hach, wenn das so weiter geht, muss ich einen Aufruf für ein „Sir-Henry-Care-Paket“ machen! Meine Dosenöffner meinen nämlich, ich würde langsam aber sicher einen kleinen Speckbau ansetzen. Sie können von mir aus ja behaupten was sie wollen, aber neuerdings murmelt Dosine ständig etwas vor sich hin, was wie „Diät“ oder so ähnlich klingt. Jedenfalls hört sich das nicht gut an und ich habe schon vorsichtshalber damit begonnen den Aufstand zu proben. Das heißt für mich, dass ich so laut wie nur irgendwie möglich brülle, wenn ich Hunger habe! Und ich sage Euch, ich kann ganz schön laut werden! Ehrlich! Fragt mal meine Dosine, sie füttert mich ja meistens. Wenn ich könnte, würde ich ja ganz alleine in meinen Vorratskeller marschieren und mir ein paar Dosen holen. Aber das darf ich ja nicht. Meine Dosis haben offensichtlich Angst, dass ich sämtliche Vorräte plündere. Naja, sämtliche wäre es wohl nicht, aber einige leckere Sachen würde ich schon verschwinden lassen…

Jedenfalls hat Dosine jetzt versucht, meine Portionen zu kürzen. Ha, da war sie aber an den Falschen geraten, denn wenn ich Hunger habe, dann habe ich nun mal Hunger, großen Hunger, basta! Außerdem schläft es sich mit einem wohlgefühlten Katerbauch auch vieeel besser. Solch eine armselige kleine Dose für einen stattlichen Kater wie mich reicht dann eben nicht. Zwei müssten es schon sein, danach ein Schälchen Milch und wenn´s dann noch einen kleinen Nachtisch gäbe, hätte ich nichts dagegen. Gestern hat sie versucht, mich um die zweite Dose zu bringen! Da hättet Ihr mich mal sehen und hören müssen! Als sie auf meine Schreierei nicht reagierte, musste ich leider zu anderen Maßnahmen greifen. Schwups, habe ich sie mal kurz ins Bein gebissen, natürlich nicht fest, aber sie hat ganz schön gequietscht. Da hat sie offensichtlich dann verstanden, dass sie so nicht mit Sir Henry umgehen kann und heute Morgen fragte sie mich nach der ersten Dose ganz freundlich, ob ich denn satt wäre oder ob ich noch einen Nachschlag möchte. Na bitte, geht doch und natürlich habe ich auf eine zweite Portion bestanden. Ich finde nämlich, für einen stattlichen Kater habe ich eine tadellose Figur, von wegen „Speckbauch“!

Wenn das so weiter geht, muss ich mir vielleicht doch noch überlegen, ob ich mir zwischendurch selbst ein bisschen Futter besorge, damit ich nicht vom Fleisch falle. Aber meinen Dosenöffner habe ich inzwischen ja auch schon so weit hypnotisiert, dass er auf meiner Seite ist. Gestern tat ich ihm wahrscheinlich so leid, weil ich fast am verhungern war. Da hat er mir Fisch gekocht! Dosine hat das gar nicht gemerkt, sie war nämlich nicht zuhause. Hinterher haben wir ganz schnell und ganz viel gelüftet, damit sie uns nicht auf die Schliche kommen konnte.

Ganz am Anfang habe ich ihr mal öfters ein Mäuschen mitgebracht. Anstatt diese gute Tat entsprechend zu würdigen und sich über das Gastgeschenk zu freuen, verzog sie das Gesicht, rümpfte ihre Nase und meinte, ich könne doch so ein niedliches Mäuschen nicht einfach abmurksen. Doch, ich kann! Also musste ich den ihr zugedachten Braten dann selbst verspeisen. Seit dem war ich nicht mehr auf Mäusefang, denn ich hab ja hier ein Leben mit Vollpension und Personal, das anständig für mich sorgen muss. Ich gebe ja zu, dass manche Mäuschen recht manierlich aussehen, aber lecker sind sie trotzdem.

Schnurrende Grüße – Euer Sir Henry

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PS: Bald geht es hier wieder weiter, versprochen!

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2 Gedanken zu “August 2012 – 2. Teil”

  1. Ach, Inge wie süss und welch eine Freude, Dankeschön! LG Eva

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  2. Ich habe mich wieder blendend unterhalten gefühlt und über Sir Henrys Aussagen sehr geschmunzelt. Er sieht aber auch einfach klasse aus, eben ein stattlicher
    Kater, wie er so schön sagt!!!
    Freue mich auf weitere Geschichten von Sir Henry!

    Liebe Grüße von
    Elke

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Ich freu mich über Eure Kommentare. Aber bitte seht es mir nach, wenn ich nicht immer darauf antworte. Gelesen werden sie alle, versprochen!

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